Garten pachten – diese Dinge sollten einem bewusst sein

Jeder der einen eigenen Schrebergarten pachten möchte, hat seine ganz eigenen Vorstellungen von seinem persönlichem Gartenglück. Um Enttäuschungen zu vermeiden, sollten einem verschiedene Dinge bewusst sein, über die man möglichst nachdenken sollte, bevor man einen eigenen Garten übernimmt. Nicht selten kommt es vor, dass manch einer eine Enttäuschung erlebt, wenn er sich mit verschiedenen Dingen des Kleingartenlebens nicht anfreunden kann.

Das Vereinsleben

Als erstes sollte man sich im Klaren darüber sein, dass man mit der Übernahme eines Schrebergartens in den meistens Fällen in einen Kleingartenverein eintritt. Dieser Verein ist nicht nur eine leere Hülse. In Kleingartenvereinen gibt es auch ein Vereinsleben. Es finden jährlich Versammlungen statt, es gibt Satzungen mit Pflichten und Regeln und es gibt auch gemeinsame Arbeitseinsätze zur Pflege der Vereinsflächen und Bebauungen. Will man in der Gartensiedlung akzeptiert und anerkannt werden, sollte man seine Rechte und Pflichten auch wahrnehmen.

Regeln und Pflichten

In diesem Zusammenhang sollte einem auch bewusst sein, dass man in seinem Schrebergarten nicht uneingeschränkt tun und machen kann, was man will. Es gelten Regelungen für Bepflanzungen (meist für Ziergehölze, wie z. B. Hecken) und Bebauungen. Gemüse, Obst und Blumen gehören in einen Garten. Eine große Rasenfläche, ein Pool und eine Laube hinter einen hohen Hecken entsprechen nicht dem Bild eines Schrebergartens und werden garantiert nicht genehmigt.

Ein Garten macht Arbeit

Dies impliziert einen weiteren Punkt, den man sich bei dem Gedanken an einer Übernahme eines Gartens vor Augen führen sollte. Ein Garten macht Arbeit und das regelmäßig. Unkraut nimmt wenig Rücksicht auf die Wünsche eines Gärtners. Da Chemikalien zur Unkrautbekämpfung in der Regel verboten sind, heißt es „ab ins Beet“ und Jäten. Während langer Trockenperioden muss auch regelmäßig gegossen werden. Wer seinen kompletten Garten mit der Kanne bewässert, wird schnell merken, dass dies eine kräftezehrende Angelegenheit sein kann. Auch der Zeitfaktor spielt eine Rolle. Man sollte für den Schrebergarten feste Zeitfenster einplanen. Wer nur am Wochenende Zeit für den Garten hat und dann auch lieber in die Hängematte liegen möchte, wird schnell merken, dass die geforderte Pflege und Ordnung des Gartens so nicht zu halten ist. Niemand bekommt Probleme, wenn er 14 Tage in den Urlaub fährt und dadurch einiges liegen bleibt. Sollte es jedoch ein Dauerzustand sein, wird man schnell Probleme mit dem Verein bekommen.

Es gehen Dinge schief

Niemand sollte erwarten, dass er mit dem Pachten eines Schrebergartens gleich zum Übergärtner wird. Es gehen auch Dinge schief. Pflanzen gehen ein oder das Wetter spielt verrückt. Beispielweise können schon einmal alle Kohlrabi platzen, wenn es zu stark regnet. Der „Erfolg“ im Garten hängt von etlichen Faktoren ab: Wetter, Boden, Schädlinge, dem eigenen grünen Daumen oder der investierten Arbeit. Es gibt gute Jahre, aber auch sehr schlechte. Niemand sollte sich davon entmutigen lassen. Im nächsten Jahr wird es dann garantiert besser.

Nichts für einen Sommer

Einen langen Atem sollte man mitbringen, denn ein Schrebergarten ist nichts für eine Saison. Die Übernahme eines Gartens kann je nach Garten mehr oder weniger Geld kosten. Gute Gärten können je nach Zustand und Lage einige tausend Euro kosten. Man sollte deshalb sicher sein, dass man wirklich an einem eigenen Schrebergarten interessiert ist und die Pacht kein Schnellschuss ist. Soll der Garten doch kurzfristig wieder abgegeben werden, kann es schwer werden einen passenden Nachfolger zu finden, der bereit ist, einen angemessenen Preis für die Übernahme zu zahlen. So ein Schnellschuss kann erhebliche Verluste bedeuten, denn man investiert anfangs auch in Ausrüstung und Ausstattung.